17 again..

Bald ist Mai und man muss trotzdem noch einen Pullover anziehen. Es ist paradox. Die Sonne scheint und trotzdem will es nicht so recht warm sein. Ich habe mir im Februar einen Traum erfüllt, ein Cabrio. Davon träumte ich schon lange, und das erste Mal im Sommer 2007 zum Abiball.

Doch es geht weiter. Wenn dieses Jahr der Herbst anfängt, werde ich mir einen nächsten Traum erfüllen. Ich werde Wuppertal verlassen und nach Norddeutschland ziehen. In meinem Kopf bin ich schon jetzt dort. Ich stelle mir vor, wie ich abends, wenn ich mit der Uni und der Arbeit fertig bin, einen Abstecher an den Strand mache. Naja, eigentlich romantisiere ich so vor mich hin. Als sei ich verliebt. Ich erfülle mir sozusagen unseren Traum.

Unser Traum war es, irgendwann einmal am Meer zu leben, Janina und ich. Und obwohl, oder vielleicht auch weil uns dieser Traum nicht mehr eint, erfülle ich ihn mir. Janina ist der Grund, warum ich weggehen werde. Nur eben ohne Janina. Ein Name, verseucht bis in alle Ewigkeit.

Dort oben am Meer, wo Uhren und Zeiten für Menschen wie mich anders ticken, wo man alleine ist, wo Menschen wie ich wahnsinnig vor Ruhe werden, dort schlägt mein Herz. Dort oben, wo meine Freunde nicht sind, wo ich aber schon mit dem Herzen und dem Kopf bin, dort soll es weiter gehen. Und eigentlich warte ich, Stand jetzt, schon seit 16 Jahren darauf. Ein Traum, der im Herbst 1998 anfing.

Obwohl ich dann viele und vieles zurücklassen werde, bin ich mir sicher, dass es mir gut damit gehen wird. "It´s easier to leave than to be left behind" hieß es mal in einem Lied von R.E.M. Und ja, es ist easier. Es ist easier Menschen mit einem Lächeln und einer schönen Erinnerung zurück zulassen, als wegen ihnen wegzugehen.

Daran hat vielleicht auch Jürgen nachgedacht, der meinen, unseren Verein nach sieben Jahren verlassen wird. Und eine Rückkehr kann ich sich schon jetzt vorstellen. Ein "positives Gefühl", wie er sagt. Ich kann es ihm nachvollziehen.

19.4.15 04:48, kommentieren

Werbung


Wir kennen uns schon lang. Für unsere Verhätlnisse echt lang. Dabei kann ich nicht mal mehr genau sagen, wie lange es genau ist. Seit Anfang, Mitte 2004 herum nehme ich dich bewusst war. Das wären Stand jetzt zehneinhalb Jahre. Als Freundin meines Kumpels habe ich dich kennengelernt. Dann habe ich dich einmal nach der Schule bei dir zuhause abgesetzt. Zugegebenermaßen vor allem, weil du blond, schlank und vergleichsweise gut aussiehst. Aber auch, weil du die Freundin meines Kumpels warst. Und heute?

Heute bist du meine beste Freundin. Dafür möchte ich dir danken. Und was haben wir nicht alles für Unsinn gemacht...
Abends rumfahren, an der Nordsee waren wir auch, wir waren feiern, wir hatten sogar schon ein ernstes Gespräch. Eines, das nur uns betraf. Wir haben uns zig Filme angesehen, genauso oft bist du einfach zu mir nach hause gekommen, obwohl ich meine Ruhe wollte. Wir waren in Dortmund im Stadion.
Gefühlt waren wir überall...

Ich bin dir dankbar, dass du da bist, obwohl du nicht da bist.
Ich bin dir dankbar, dass du mich so akzeptierst, wie ich erst (spät) lernen musste, dich zu akzeptieren.
Ich bin dir dankbar, dass deshalb zu mir standest und stehst.

Und ich bin sehr froh sagen zu können, ich werde alles für dich tun, ohne dass ich mit dir dafür ins Bett will.

Und vor allem bin ich dir dankbar dafür, dass du endlich einen Mann gefunden hast, mit dem ich mich manchmal lieber treffe als mit dir. Dafür hast du zehn Jahre gebraucht, was wahrscheinlich auch ganz gut so ist.

Du erinnerst dich?

"When nothing goes RIGHT, go LEFT"

21.11.14 04:16, kommentieren

Freiheit... ist das Einzige, was zählt.

Lange habe ich mir Zeit gelassen. Mal wieder.

Wio schaut mich an.
Mit einem Lächeln. Lange blonde Haare, blaue Augen. Eine etwas hohe Stirn und nicht wie sonst, keine Brille. Und ein schönes Lächeln. Eigentlich. Der 22.9.2014 war ein Tag wie jeder andere. Eine Woche wie jede andere. Und ein Jahr wie jedes andere.
Bis 20.42 Uhr.
Dann passierten Dinge, jenseits von Gut und Böse. Dass Menschen zu besonderen Dingen in der Lage sind, weiß man. Menschen umrunden die Welt, spazieren im Weltall. Oder sie helfen anderen Menschen, ein besseres Leben zu führen.

Und manche nehmen sich ihres.

Auch dazu sind Menschen in der Lage. Auf das "warum?" wird niemand eine Antwort finden.
Wio schaut mich immer noch an.
Mit ihren großen blauen Augen. Und einem Lächeln, das bis zum 22.9.2014 schön war. Manchmal kann ich diesem Lächeln, trotz seiner ästhetischen Schönheit nichts schönes mehr abgewinnen. Ein Lächeln, das auf einem Foto festgehalten wurde. Ein Lächeln, das es nie wieder geben wird.

Doch manchmal, wenn ich dieses Foto betrachte, hilft es mir zu wissen, dass es ihr nun gut geht. Besser. Und wahrscheinlich am besten. Und wenn ich Wio weiter ansehe, wird ihr Lächeln immer schöner, zufriedener, befreiter.

Freiheit. Sie steht jedem von uns zu. Befreit sein von Sorgen, Ängsten, Nöten. Doch Wio musste einen anderen Weg gehen, um diese Freiheit zu erfahren.
Ich wünsche ihr, dass sie sie nun genießen kann.

Eines habe ich mit Wio gemein. Wenn auch im weitesten Sinne. Mein Kapitel "Uni Wuppertal" habe ich nun abgeschlossen. Nicht mit dem Ende, das ich mir zuerst vorgestellt und später erhofft hatte. Doch es ist zuende. Ein wenig kann ich nachempfinden, wie es ist, keine Lasten mehr schultern zu müssen.

Und wäre Wio noch da, so könnte ich mich auf eine Wiese stellen, tief durchatmen und sagen "endlich".
Wäre Wio noch da, könnte ich aufrichtig sagen, dass es mir besser geht. Von Tag zu Tag.

Doch stattdessen blicke ich gen Himmel in der Hoffnung, ich werde bemerkt. Das Gefühl, eine Last los zu sein, das kann uns niemand nehmen. Mit dem Unterschied, dass sie diesen Zustand bis in alle Ewigkeiten genießen wird.

Ich versuche allmählich wieder, mich auf mein nächstes Kapitel zu freuen. Und langsam klappt es auch. Peter Fox besang es schon mit "Alles neu". Ich möchte mein nächstes Kapitel ihr widmen.

Da fällt der dritte Tiefpunkt im Monat September fast schon unter die Kategorie "der Vollständigkeit halber". Single bin ich auch wieder. Nach über drei Jahren. Aber manches relativiert sich schnell.

Wie das Lächeln eines Menschen.....

8.10.14 05:16, kommentieren

Sommereifen und Neutronensterne

April 2013. Dieser Frühling wird in die Geschichtsbücher eingehen. Da bin ich mir fast sicher. Seit einigen Tagen ist offiziell Frühling, tatsächlich haben wir seit über einem halben Jahr Temperaturen unter fünf Grad. Celsius. Bis auf zwei Ausnahmen. Weihnachten 2012 war es vielerorts bis zu 20°C warm, dann einmal März, als es für ein paar wenige Tage ähnlich warm war. Und dann kam die Kälte. Nach einem halben jahr Kälte scheint die Evolution förmlich an einem zu arbeiten. Man hat das Gefühl, die Haut wird dicker, die Haare wachsen schneller. Und alles, damit man besser mit der Kälte umgehen kann. Und dann denkt man an Sibirien. 40°C unter Null. Was für eine Hausnummer. Oft stelle ich mir vor, wie sich solche Temperaturen wohl anfühlen. Es würde mich reizen. Und auch wieder nicht.

Und wenn man weiter denkt: Wie kalt muss sich wohl der Weltraum anfühlen? Das Universum. Faszination pur. Würde man Wasser in den Weltraum entlassen, es würde sieden und gefrieren. Gleichzeitig. Das Gäbe sicher bizarre Formen. Im Weltraum, wo Kälte wie Hitze fließend ineinander übergehen, dürften die Probleme unserer Welt auf ein Minimum an Bedeutung schrumpfen. Chromosomen eines Menschen wären dagegen riesig. Und wer denkt sich nicht, wenn man eines klaren Nachts in den Himmel blickt: Wer ist da noch? Ist da überhaupt wer? Oder ist da überhaupt irgendwas? Bestimmt sind da ganz viele schwarze Löcher. Man sieht sie nur nicht. Der Gedanke, dass so ein schwarzes Loch eine dermaßen starke Gravitation besitzt, dass es selbst Licht in sich unwiderbringlich hineinsaugt, ist fast zu krass um es als real zu empfinden. Licht, das gekrümmt wird. Raum, der gekrümmt wird. Albert Einstein hat mit seiner Relativitätstheorie tolles vollbracht. Die Vorstellung, dass es ausser schwarzen Löchern, die durchmessertechnisch die Größe einer großen Stadt haben, auch Sterne, genauer Neutronensterne gibt, die einen auf wenige Meter zusammenpressen würden, würde man auf ihnen stehen, lässt die Tatsache, dass hier auf unserer schönen Erde die Winter immer länger werden, nahezu lächerlich werden.

In Anbetracht der Tatsachen, dass ich mich nicht mehr daran erinnern kann, wie sich Wärme anfühlt, bin ich gespannt darauf, wie ich reagiere, wenn ab nächster Woche die Temperaturen in die zweistelligen Bereiche klettern. Das bedeutet: Sommerreifen aufziehen, Auto säubern (auch von innen) und bereuen, dass man den Winter über wieder zugenommen hat.
Ich freue mich trotzdem.

6.4.13 03:59, kommentieren

Tolles Deutschland, sinkende Schiffe und Paris.

Juli 2012. Vergangene Zeit seit dem letzten Eintrag: sehr lang. November 2010 war der letzte Monat, aus dem ich schrieb. Nun, eineinhalb Jahre später hat sich in der Tat vieles getan.
Nun, das einschneidenste ist sicherlich die Trennung von Lena. Ins Detail möchte ich mal nicht weiter gehen. Aber ich denke noch heute darüber nach, ob es richtig war, eine Beziehung so dermaßen gegen die Wand zu fahren. Und ja, es war so oder so richtig. Dass man menschlich irgendwo nicht mehr zusammen passt, ist das eine. Dass man zeitgleich jemanden kennenlernt, bei dem man nach einem Jahr (und zum ersten mal überhaupt) das Gefühl hat, dass manauf ewig zusammen sein wird, aufrichtig und mit guten Gefühl, das andere.

Sich von Lena getrennt zu haben kommt dem Abriss eines kleinen Städtchens gleich. Man hatte viel Zeit sich das ein oder andere aufzubauen. Aber wenn man auf einmal merkt, dass die Autobahn des Lebens durch dieses Städtchen muss, weil man sich in der Planung offenbar vertan hat, dann muss man Prioritäten setzen. Auf der Stelle stehen und unglücklich sein ist unproduktiv. Seltsamer vergleich. Aber er passt. Denn mittlerweile habe ich einen wichtigen Baustein in meinem Leben entdeckt und gesetzt. Und dieser Baustein ist eine Person. In vielerlei Hinsicht kann ich auf sie/ihn bauen. Der Weinbranche habe ich vor etwas mehr als einem Jahr den Rücken gekehrt ("Leider stimmen die Umsätze nicht mehr..."). Und Remscheid ist nun oft, im Grunde täglich mein Ziel geworden. Dass ich interessanterweise in der Woche mehr Sprit zu meiner jetzigen Freundin verfahre, als damals zu Lena sei nur nebenbei erwähnt.

Die Zeit vor dem 29. Mai 2011 mit der Zeit, die einen Tag danach eintrat, darf man eigentlich nicht vergleichen. Ich glaube, ich wäre heute längst daran kaputt gegangen, wenn ich nicht aus der Beziehung getreten wäre. Und das wäre nicht mal mehr Lenas Schuld gewesen. Menschen können nicht viel dafür, wie sie sind. So wie sie sind, sollen sie bleiben. Und ob man dann bei ihnen bleiben will, ist die Frage die es zu klären gilt, will man lieber in einer Fernbeziehung bleiben, bei der alles schief läuft, was nur schief laufen kann, oder will man einen so drastischen Schritt waren, dass man zweieinhalb Jahre, im großen und ganzen harmonische Beziehung in den Sand setzt? Wenn ich das ganze in einen Traum verpacken müsste, würde ich das so gestalten, dass ich unterwegs auf einem Schiff bin, das nicht sehr hübsch, aber dafür solide, treu und zuverlässig ist. Dann sehe ich ein schöneres, flotteres Schiff und will es haben. Dafür steuere ich die nächste Sandbank an und haue ab auf das schönere Schiff um dann zu merken, dass es mehr Funktionen hat.

Doofer Vergleich. Aber eigentlich ist dieser, vielleicht auch moralisch anfechtbare Fakt, dass ich jemanden verlassen habe für jemanden, der besser aussieht, auf eigenen Füßen steht und mir im Grunde vom ersten Moment an mehr gefallen hat, als meine letzte Partnerin in der ganzen Zeit mir nicht gefallen hat, der Grund, warum ich so lange nicht mehr geschrieben habe.
Tatsächlich habe ich lange darüber nachgedacht, wie falsch das von mir war. Und genauso habe ich darüber nachgedacht, wie richtig es war. Es ist so ein bisschen wie im Film "Der Exorzismus der Emily Rose". Genauer gesagt, dessen Ende, bei dem der Pater schuldig gesprochen, aber doch freigelassen wird. Einfach mal den Film anschauen, könnte sich lohnen, wenn man auf sowas steht, wie der Name es schon zu vermitteln versucht.
Ich habe mich moralisch schuldig gemacht. Und dafür entschuldige ich mich. Aber man soll einem besseren was auch immer nicht im Wege stehen. Der Ansicht bin ich spätestens seit dem 30. Mai 2011.

Aber es sind auch noch andere Dinge passiert, über die ich heute nachdenke. Interessanterweise auch mal im Positiven. Im März 2011 bin ich z.B. allein ans Meer gefahren. Ganz allein, nur die Hunde und ich. Abends um 22h losgefahren, durch die Nacht bei Tempo 130 und 5,5l Verbrauch auf 100km mit angeschaltetem Tempomat. Eine frische, sternenklare Nacht. Übrigens habe ich auch DAS Lied für nächtliche Fahrten allein durch die Bundesrepublik (und allein auf der Autobahn) genießen gelernt. Kings of Leon - Pyro. Man kann förmlich das Funkeln der Sterne am Anfang des Liedes hören. Einfach mal machen: Sich ein einsames Ziel suchen und nachts hinfahren, dabei das Lied hören.

Auch auf ewig erinnernswert: Paris im September 2011. Mit dem Auto übers Wochenende nach Paris gehört zu den Dingen, die man als junger Europäer durchaus mal in Erwägung ziehen soll.

Nun, es ist Juli. Das Jahr ist noch nicht zuende und der Sommer spielt mal wieder. Auch die verlorene Fußball-EM gegen, welch Überraschung, Italien ist nichts weiter als eine Peinlichkeit, die man sich hätte sparen können. Aber so ist das mit uns Deutschen. Wir sind so toll und sind wie überall eigentlich kaum zu schlagen. Und dann kommt das korrupte, Krisen geschüttelte Italien und schlägt das tolle Deutschland. Mal wieder. Nun ja.

2 Kommentare 10.7.12 01:32, kommentieren