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ich kann mich gut an den freitag nachmittag vor einigen jahren erinnern. es war nebelig, zum teil sogar sehr nebelig. ich fuhr mit dem fahrrad neben der bundesstrasse her, ansonsten recht viel befahren, outete sich damals dieser ort als richtig ruhiges plätzchen. begleitet wurde ich von dem surren des dynamos, zwischendrin doch ab und zu ein auto und sein rauschen. es war nicht besonders kalt, die luft war ziemlich feucht und schwer. schnell radeln konnte man nicht. jeder tritt in die pedale verursachte ein leichtes, blechernes, klackendes geräusch, was wohl jeder kennt, der fahrrad fährt. die bäume am rand, bzw. deren wurzeln ließen den weg wellen schlagen, geschickt wich ich diesen aus, als freund des komforts.

entgegen kam mir eine frau mittleren alters, sie schaute mich kurz an, dann wieder vor sich. gehetzt sah sie aus. ich hatte zeit, und wischte mir den schweiss von der stirn. der fahrtwind kühltr auch nicht besonders. ich war unterwegs zur schule um sie abzuholen. sie, das ist meine bessere hälfte aus vergangenen tagen, zu der zeit. zeit hatte ich, auch zum anhalten und zum anzünden einer zigarette. mir war schon klar, dass das jetzt das ungesündeste war, was man sich in diesem augenblick antun konnte. aber in manchen momenten braucht man eben eine zigarette, z.b. dann, wenn alles gut zu laufen scheint im leben.






der weg zog sich merklich in die länge, noch an die drei kilometer. ich konnte mir das gar nicht vorstellen, das,was ich in diesem moment machte, also mit einer zigarette in der hand an einer landstrasse im nebel entlang fahrrad zu fahren um sie abzuholen, nicht zu tun. es war für mich, wie mir später klar wurde, mein anderes, besseres leben, das ich neben meinem normalen führte. gemeinsame zeit mit ihr, das war mein zweites, besseres leben. ohne mir dies bewusst zu sein, steuerte ich den drahtesel, auf dem ich ritt zu ihrer schule.

dort kam ich knapp 15 minuten später an. hatte immer noch etwas zeit, also wartete ich sitzend auf einer niedrigen mauer, welche ein grundstück eines hauses gegenüber der schule eingrenzte. es war eine angenehme gelegenheit darauf zu sitzen. ich hatte noch weitere 15 minuten zu warten. also machte ich mir noch eine zigarette an.

ich sah menschen an mir vorbei gehen, manche hastig, manche nicht und ich bermerkte, dass es nach und nach aufhellte. der nebel löste sich etwas auf und es kam etwas wind mit in die stadt. mit ihr kam dann sie, meine bessere hälfte vergangener tage. sanfter kuss auf den mund, los gefahren, unterwegs einige worte gewechselt. zuhause angekommen, gemeinsames wochenende wartete auf uns...



einerseits ist es faszinierend, dass mit vergehender zeit nach und nach die sichtweise auf bestimmte dinge bezogen sich ändert. man sieht manche dinge mit anderen augen und man erkennt einen neuen wert oder sinn dahinter, den man damals so noch nicht erkannte. es ist ähnlich wie mit manchen wertvollen, alten gegenständen. sie sind deswegen wertvoll, weil sie alt sind. und irgendwann sind sie unbezahlbar...

3.4.06 01:16, kommentieren



lol oder nicht lol.. das ist hier die frage...

komischer tag. heute ist mal wieder montag und er geht mal wieder sehr bescheiden los. wie immer klingelt mein wecker um 6h morgens. zwar muss ich erst um 7 auf aber ich mag es lieber sanft wach zu werden statt aus dem schlaf geboxt zu werden und sofort aufstehen und duschen zu müssen. also mach ich das radio und das licht an, und drehe mich nochmal um, weil, es ist ja noch zeit bis zum aufstehen.

zehn minuten (so kam es mir vor) später legte mir meine mutter nahe aufzustehen, da es schon halb 8 sei. gut, so dachte ich, dann komme ich eben etwas später zum frühstück in englisch. in der schule angekommen, laufe ich zum englisch raum, wo sich eine andere klasse als die meine aufhielt. fragend schaute ich in den gelb gestrichenen und zugegebenermaßen meiner meinung nach hässlichen flur und fragte mich, wo mein englischkurs sein könnte. dann fiel mir aber ein, dass ich gar kein englisch habe, sondern spanisch, wie immer in den ersten zwei stunden montags.

ab zum spanischraum, wo auch schon mehr oder weniger unterricht gemacht wurde. dann noch den film zuende geguckt und note abgeholt: 4+. nun gut. es hätte schlimmer kommen können. wie z.b in englisch in der anschließenden doppelstunde.

da heute eigentlich ein frühstück abgemacht war, zu dem jeder etwas mitbringen wollte, dachte ich mir, dass es nicht so schlimm werden kann. nun war es aber so, dass grade die hälfte aller kursteilnehmer ihre sachen fürs frühstück mitgebracht hatten. ein bisschen butter, eine packung käse, saft und natürlich brötchen, mehr gab es nicht als hauptspeise, oder eher vorspeise. denn dann bekamen wir vom pudelarum unsere englischvorabiklausur wieder. note bei mir: 5. 4- auf dem zeugnis. unterkurs. ich hatte dieses wort, unterkurs, eigentlich verdrängt gehabt. ob ich denn gefährdet sei, fragt mich das pudelarum. jetzt ja, antwortete ich. nachdem ich frau f.-p. aufsuchte um mir nochmal einen überblick über meine noten bisher zu verschaffen, da sah ich, dass der unterkurs mich nun auch nicht mehr aufhalten konnte, zum abi zugelassen zu werden. somit habe ich nun alle, aber wirklich alle unterkurse voll. ob das eine kunst ist oder nicht, sei dahin gestellt.

die letzten beiden stunden mathe brachten die nächste überraschung hervor. am ende der doppelstunde hatte ich spasseshalber nach meiner punktzahl gefragt. da mir klar war, dass bei 6, 6, 6, 6 und 6 als klausurnoten nicht viel zu erwarten war. was ich denn erwarte, fragte mich herr k. ich antwortete, dass ich eigentlich gar nichts, ausser einen punkt erwarte. herr k. sagte, dass er mir eine 4-, also vier punkte gegeben hat. nach kurzem stottern meinerseits fügte er hinzu, dass ich mich bestimmt frage, warum ich so viele punkte habe. ich hätte einmal die einzige richtige antwort in einer kurvendiskussion gehabt, zu welchem punkt das war, weiss ich leider nicht mehr. daraus schloss er, dass ich auch noch andere sachen richtig hatte. desweiteren sah er auch sonst leichte ansätze von beteiligung im unterricht.
wer mich kennt und jetzt weiss, dass ich in englisch und mathe dieselbe punktzahl habe, wird vielleicht verstehen, warum ich diesen tag komisch finde.

zuhause ist auch nicht viel los. ein bisschen lernen, ein bisschen am pc sitzen, ein bisschen musik hören, ein wenig bloggen. und das wetter genießen, draussen mit den kleinen.

was mir draussen klar wurde, war, dass dies der letzte montag, an dem ich schule hatte, in meinem leben sein würde...


meine augen sind wie wasser in der wüste
meine füße tragen lange schon den durst
ich bin gefallen und blieb liegen
stand auf und wollte siegen
Denn ich schmeck das Meer ist nicht mehr weit

es ist schwer die spur im Sand zu finden
denn staub und sturm stehlen mir die sicht
doch wie ein warmer sommerregen
regnest du auf mein leben wie ein herr aus tropfen auf den heißen stein

und wir war’n unendlich
und das wasser legte sich auf uns’re haut
um uns alles vergänglich
das behalten wir für uns und den tag tragen wir bis ins grab

für den augenblick hielten wir die luft an
und zusammen tauchten wir bis auf den grund
wir ließen uns treiben mit dem strom der gezeiten
wir strandeten, sind angekommen

und wir war’n unendlich
denn das wasser legte sich auf uns’re haut
um uns alles vergänglich
das behalten wir für uns und den tag tragen wir bis ins grab

es ist schwer den weg im sand zu finden
denn staub und sturm stehlen dir die Sicht
doch jeder braucht den sommerregen
was wäre ohne ihn das leben
jeder brauch ein stück unendlichkeit

und wir war’n unendlich
denn das wasser legte sich auf uns’re haut
um uns alles vergänglich
das behalten wir für uns und den tag tragen wir bis ins grab

3 Kommentare 3.4.06 18:18, kommentieren

wir werden dich vermissen...

ich habe dich gehasst, dafür dass du der grund meiner kurzen nächte warst. du warst es, die mich zuhause einsperrte um bildende bücher zu lesen. wegen dir habe ich aus angst geheult, wenn ich etwas von dir wieder bekam.
was im sommer 1996 anfing, endet nun heute, fast genau zehn jahre später, an ort und stelle. zehn jahre, das ist eine dekade, eine, die uns alle höhen und tiefen im leben offenbart haben dürfte. zehn jahre, das ist für manche mehr als 50% ihres lebens, für mich sind es genau 50, die ich bei und in dir verbracht habe.

durch dich haben sich viele leute gefunden, heute sind daraus freundschaften fürs leben, dafür danke ich dir. in dir sind wir gewachsen, vom kleinen kind bis zum erwachsenen jungen menschen. du hast vieles über dich ergehen lassen müssen, und wir waren bei dir. du brauchtest einen neuen anstrich, wir haben dir geholfen. du hast aus uns richtige, funktionierende menschen gemacht und du hast uns unseren lebensinhalt gestellt. vor einigen jahren zu denken, dass wir ohne dich weiter machen sollten, war ungwohnt. daran zu denken, dass wir dich irgendwann verlassen, zu weit hin. nun ist es soweit, am 7. april 2006 endete unser lebensabschnitt, der die hälfte meines lebens ausmachte, von heut auf jetzt und ich bin mir sicher, dich zu vermissen.

auch wenn wir durch dich alle tiefen kennen gelernt haben, die wir ohne dich nicht gehabt hätten, können sich einige dir dankbar zeigen. dabei hast du uns allen irgendwie geholfen, manchen hast du versucht zu helfen, anderen konntest du gar nicht (mehr) helfen. du tempel der menschlichkeit wirst vielen leuten fehlen, so auch mir. ich hoffe, dass du auch weiterhin viele neue menschen erziehen und formen wirst, so wie du es bei uns gemacht hast.

wir werden dich vermissen, wie du uns regelmäßig mit einem gong, der in 10 jahren nur einmal gewechselt wurde, auf die stunden hingewiesen hast. du bist mit uns durch deutschland gegangen, an orte, die wir ohne dich wohl nie besucht hätten, wir haben dinge gelernt, die wir wohl nie alle brauchen werden, aber wir haben sie gelernt, um dich am ende mit einem lächeln verlassen zu können, ohne es aber vielleicht zu wollen. deine physischen mängel haben wir dir bis ans ende verziehen, es blieb uns auch nichts anderes übrig.
ich werde deinen rot gefliesten boden vermissen, die ersten stufen nach dem haupteingang, die wir alle zehn jahre lang hoch, und wieder runter gegangen sind. deine mensa, die auch gern ihr personal wechselte und zum schluss besser denn je geworden ist. deine hausmeister hast du dir anscheinend nach immer demselben muster ausgesucht, aber sie haben auf dich aufgepasst. und ich werde die tage vor, und nach den sommerferien vermissen, die wir alle mit dir erlebt haben.
auch wenn dich viele zu recht gehasst haben, fehlen wirst du allen, und auch sie werden sagen:

"wir werden dich vermissen..."

2 Kommentare 7.4.06 20:09, kommentieren

ein langer tag

das ist nun mein erster eintrag, den ich von der nordsee aus schreibe. hab mich überreden lassen, über ostern hierhin zu kommen und bin ganz froh darüber. der weg hierhin war lang: um 11.18h morgens nahm ich die sbahn zum hbf, dort um 11.54h die sbahn nach essen, dort um 12.48 die rb nach münster, dort um 15.31h den ic nach norddeich-mole, der dort um 17.59h ankam. ist eigentlich ein ziemliches durcheinander, man hätte es auch einfacher haben können, aber egal. die nacht davor hab ich zwei stunden geschlafen, von 7 bis 9, musste das haus noch aufräumen und morgens eben durchsaugen. im ic konnte man dann aber ganz entspannt die augen zu machen und der musik lauschen, die ich immer bei mir habe.

in münster war ich schonmal, zumindest am bahnhof. aber ich war aus einem etwas anderen grund damals dort. hätte nie gedacht, dass ich irgendwann nochmal in münster sein würde. das wetter ist schön, sonne scheint, nur warm ist es leider net wirklich. überhaupt erinnert mich das ganze an damals, als ich immer nach clp gefahren bin. die gegend sieht irgendwann immer gleich aus, je weiter mach nach norden kommt: alles grün und alles flach. eigentlich ganz nett...

dass ich sieben stunden nun unterwegs war, kann ich fast nicht glauben. es kommt mir gar nicht so lang vor. naja, zu meiner freundin bin ich damals "nur" zwei einhalb stunden gefahren und das kam mir selbst irgendwann viel zu lang vor.

das wetter hier oben ist auch schön, nur der wind ist mir irgendwie zu kalt. meine mutter macht grad das essen, irgendein auflauf, auf den ich sogar hunger hab. kein wunder bei einer rosinenschnecke, zwei osterhasen und einem twix weiss, verteilt auf sieben stunden. nach dem essen werd ich mich wohl auf machen zum strand oder zurück nach norddeich. da ist dieses wochenende kirmes und es sind viele urlauber mit ihren töchtern da *gg*.

werd auch mal neue fotos von hier machen und hoffen, dass das wetter bis sonntag so bleibt....

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... und dann verlass´ ich deine stadt,
ich seh´ zurück und fühl´mich schwer,
weil grade angefangen hat,
was du nicht willst, und ich zu sehr,
ich bin der regen, und du bist das meer....

1 Kommentar 14.4.06 18:56, kommentieren

solaar pleure

nun hat es also begonnen. in wenigen stunden wird der erste endgegner auf uns niederhageln. ihr name: c.w.t. ihre waffe: sie selber. bald werden wir ihr gegenüber sitzen, geschlossen und entschlossen sein sie zu besiegen...


NON, pourquoi moi ? C'est une erreur
Gardes-moi, je suis noble de cour
Arrêtez la chaleur, je crache sur Belzébuth
Je garderais la foi et puis j'ai l'uppercut
Pourquoi ce blâme ? Pourquoi ces flammes ?
Pourquoi ce torréfacteur qui nous crame ?
Cet âne de Chétane plane sur nos âmes
Il vit par le feu, périra par le lance-flammes
Du lac Lancelot, double A du graal
Rabbin, prêtre, imam
Priez, aidez OIM, pourquoi moi
Pourquoi ce karma, Zarma
J'ai porté la foi jusqu'à la main de Fatma
Je suis comme un gladiateur desperado
Envoyé en enfer pour une mission commando
Lucifer ne vois-tu pas que Dieu est fort
Si nous sommes soudés, nous t'enverrons toucher la mort.
Solaar pleure, ses larmes éteignent les flammes
Libère les âmes, fait renaître Abraham
Le diable est à l'agonie, unissons nos forces
Bouddha grand Architecte, Thérésa bombons le torse
Priez, aidez-moi, il chancelle, il boite
Il se consume, il fume, il n'a plus qu'une patte
Je vois qu'il souffre, je vois qu'il hurle
Il a créé le mal et c'est le mal qui le brûle
Le bien pénètre chez la bête de l'apocalypse
Comme poussé par une hélice pour que son aura s'éclipse
Raël, Ezechiel, avec la lumière combattre le mal suprême
Le malin hurle, je l'entend hurler
Des fleurs poussent, el diablo est carbonisé
Il implose, il explose,
Et de l'antimatière jaillissent des ecchymoses
Satan est mort, le bien reprend vie
A quand la terre comme nouveau paradis
On ne sait plus que faire,
On ne sait plus quoi faire
L'enfer est sur Terre et qui la gère ?

3 Kommentare 26.4.06 00:39, kommentieren