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wieder kein titel

eine woche "reha" hinter mir. was ist? nichts ist. ging mir selten so schlecht wie jetzt. jetzt mögen wieder einige sagen, dass ich wieder nur rumjammere. aber: nadia ist weg bis samstag. meine eltern machen mir das leben zur hölle, bezeichnen meinen eigenen willen als undankbarkeit, frechheit, dummheit und großkotzigkeit. ist man also undankbar, frech, dumm und großkotzig, nur weil man nicht mit den eltern zur nordsee will?
wäre dankbar für jede (ernstgemeinte!) antwort darauf...

habe nach langer zeit mal wieder mit andy telefoniert. tat gut, mittlerweile teilen wir viele, sehr ähnliche gedanken und erlebnisse, die sonst vorher niemand hatte. sich auszutauschen kann etwas schönes sein. wie gesagt andy. es wird zeit, dass wir uns mal wieder treffen.

um das klischee, ich würde viel jammern, weiter zu nähren, muss ich gestehen, dass ich traurig bin. was ist familie? ein käfig, der dich vor allem bösen bewahrt? oder aber ein käfig, in dem du eingesperrt bist, mit heissen türklinken, an denen man sich erst verbrennen muss, damit man aus ihm raus ist?


in momenten wie diesen, wo du nicht da bist, aber da sein sollst, spürt man, dass das, was am anfang nur ein kleiner bach war, mittlerweile zu einem breiten strom herangewachsen ist. und er wird immer stärker...
ich vermisse dich

1 Kommentar 2.7.06 23:45, kommentieren



wieder kein titel, teil 2

lange nicht mehr dieses gefühl gehabt. oder sollte man sagen, lange nicht mehr diese lust gehabt?
das letzte mal hatte ich diese lust, da war es heiligabend im jahre 2002, was soll man auch machen, wenn man grade 17 ist, und die erste große liebe schluss machen will? es tat weh, musste für einen moment die augen zusammen kneifen und zurück blieb eine kleine erinnerung, nichts großes, aber trotzdem. nach dem 24.12.2002 habe ich es bereut, soetwas getan zu haben.
aber jetzt?

hmm...

3.7.06 00:12, kommentieren

doppelkekse und einsame inseln

wieder schlecht geschlafen, aber dafür schon um 12h aufgestanden. was tun? da ich eigentlich vorhatte, schon auf dem weg nach hause zu sein, werde ich, damit ich diesem gefühl von alleine-sein ein wenig näher bin, jeglichen kontakt zu meinen eltern zu vermeiden wissen.
eine gute seite hat das ganze ja. ich habe gestern den ganzen tag drei schäbbige doppelkekse gegessen und heute soll es auch nicht viel mehr werden. habe mal so vor geraumer zeit vier kilo in fünf tagen abgenommen. und bis freitag oder samstag ja noch fünf oder sechs tage. werde ich dich dann wieder sehen, so wie du es mir versprochen hast?

ich bin dabei, eine theorie aufzustellen. gibt es einen hunger nach reizen? z.b. wenn man zwei wochen lang auf einer einsamen insel war, fehlen einem gewisse reize wie stadt, lärm, viele menschen usw. manche wollen ja vor genau diesen dingen flüchten, aber was ist mit denen, die schnell einen koller kriegen?
zumal eine gute sache hat die nordsee ja. man kann die seele baumeln lassen, wenn sie sich denn baumeln lässt.

nun ja. ab nach holland...

3.7.06 12:42, kommentieren

24480 stunden, 1020 tage, 57,6 monate, 2,8 jahre, regen und meer...

nach über zwei einhalb jahren bin ich an den ort zurück gekehrt, der mich indirekt zu dem gemacht hat, was ich heute eigentlich bin. diese sache mit dem schreiben und auch mit dem blog begann in dieser kleinen stadt in niedersachsen, im oldenburgischen münsterland, nach diesen zwei einhalb jahren schöneren denn je, 29 grad warmen, nahezu wolkenlosen juliabend. juli. endlich hat deren lied regen und meer seine berechtigung...


...
und dann verlass ich deine stadt
ich seh zurück und fühl mich schwer weil grade angefangen hat
was du nicht willst und ich zu sehr
ich bin der regen
und du bist das meer
...


das erste mal war ich am 15.6.2002 in cappeln, so heisst der ort. es war fußball-wm, es war sommer, und es war vieles in ordnung und noch viel mehr spannend. in den zügen durfte man rauchen, die sonne schien, es war schön warm. der gedanke irgendwann mal öfter dort zu sein gefiel mir. und es war sommer. ich habe cloppenburg und cappeln damals neu kennen gelernt, und beides gefiel mir ebenfalls sehr, aber wahrscheinlich nur wegen meiner mittlerweile exfreundin, die ich heute, wenn auch nur kurz, wieder gesehen habe.

ihr wohnort erinnerte mich sehr an damals, in diesem schönen abendlicht. viele ecken, hecken und bäume habe ich nach langer zeit wieder gesehen und wieder erkannt. habe daran gedacht, dass ich oft an diesem baum vorbei gefahren und gegangen bin, an dieser hecke entlang und so weiter. wahrscheinlich deswegen kam mir dieser ort vor wie eine leere hülle. das letzte mal war ich 17 und in einer beziehung, die auch kurze zeit später zuende war, als ich in cappeln war. ein verzerrtes bild. auf der einen seite bin ich noch der von damals, auf der anderen seite bin ich der von jetzt. ein schmerzhaftes, schönes, beklemmendes gefühl, ein gefühl, kurz davor zu sein zu sterben, das erste mal als ein anderer hier zu sein, der man damals war.


ich hab gedacht ich kann es schaffen es zu lassen
doch es geht nicht...

2 Kommentare 4.7.06 01:55, kommentieren

was ist... ?

... schicksal? es ist irgendwie wie ein vakuum. man hat es im kopf, aber man weiss nicht was ist, anders gesagt, man weiss was ist, aber man kann es nicht beschreiben. gibt es denn eine definition von schicksal?
wikipedia sagt zum beispiel, dass schicksal einerseits eine art personifizierte, höhere macht ist, die nicht vom menschen beeinflusst werden kann, wohl aber das leben des menschen beeinflusst. auf der anderen seite ist das schicksal eine unpersonifizierte, höhere macht, die nicht beeinflussbare, persönliche bestimmung als attribut. hä?

wenn man ein beispiel an schicksal nimmt, zum beispiel, eine nahestehende person stirbt, ist es dann schicksal? mit sicherheit, zumindest für alle nahestehenden.
wenn man einen zug und somit einen wichtigen termin verpasst, ist es dann schicksal? oder vielleicht nur pech?
wenn man auf der strasse steht und wird von einem auto angefahren und überlebt, ist es dann pech, schicksal oder glück? oder vielleicht sogar alles zusammen?

wo liegen die grenzen zwischen schicksal und pech? oder gibt es wirklich eine höhere macht namens schicksal, die unser leben leitet, ohne dass wir es merken?
bleiben wir bei dem beispiel mit dem überfahren werden. stehen wir nur an der strasse ohne überfahren zu werden, ist alles in ordnung. werden wir überfahren, dann nicht. aber um überfahren zu werden bedarf es einer zweiten person, nämlich dem fahrer des wagens, der vielleicht an dieser stelle der strasse die kontrolle über seinen wagen verliert und einen überfährt. schicksal oder pech?
im nächsten beispiel mit dem verpassen des zuges, bedarf es auch mindestens einer person. zum einen die person, zu der man will, zum anderen der lokführer, der vor der nase abfährt. schicksal oder pech?

kann es sein, dass zum schicksal immer mindestens eine weitere person dazu gehört? trennt sich eine große liebe von einem, ist die große liebe der grund, bzw. die zweite person. wird man überfahren, ist der todesfahrer die zweite person. stirbt ein nahestehender mensch, ist dieser mensch die zweiter person, ähnlich wie bei einer trennung.

überhaupt befinden wir uns in einer riesigen blase, die schicksalsschläge oder pech-situationen wie in einem pool beinhalten. das schicksal schickt entweder seine handlanger aus und überfahren uns, oder aber es macht es direkt und nimmt uns einen menschen. und das pech? das gehört wohl dazu. wie das schicksal...

7.7.06 04:22, kommentieren