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missing words

eine ganze nacht auf der suche nach etwas, wovon ich nicht weiss, was es ist. nachdem ich letzte woche in mein leben zurück kehren musste, verliere ich mich von minute zu minute mehr in diesem wirrwarr aus farben, bildern und impressionen, hinzu kommt noch das gefühl, in ein labyrint zu laufen, wo irgendwo der tod lauert, sobald man die falsche abbiegung nimmt.

vielleicht ist "falsch" in dem fall auch einfach nur auslegungssache. was passieren müsste, damit es besser wird? ich erinnere mich an dinge aus meiner vergangenheit...



wo der tag noch zu heiss und drückend war, ist der abend die einladung, raus zu gehen. die luft drückt auch nicht mehr, sondern tut gut. fast hat man das gefühl, die luft enthält sauerstoff.

abends, fast nachts. rechts von mir ein strand, dazu der atlantik. fußgänger hinterlassen ihre spuren im sand, das konnte man noch erkennen, auch dass manche hand in hand durch den sand liefen. man konnte von hier oben alles sehen, die strasse zu meiner linken kommt bergab an man hat aus dem auto heraus, zumindest am tage, einen schönen blick aufs wasser. autos neben mir, zumeist europäische autos aus frankreich, viele mietwagen, viele alte autos. sie alle kennen nur eine richtung: in die stadt. aus der gegenrichtung kommt nur wenig. es staut sich fast, das rauschen der vorbeifahrenden autos, was nur wenig ähnlichkeit mit dem meeresrauschen zu meiner rechten hat, weicht dem geräusch leerlaufender motoren.
der berg, von dem ich komme, flacht ab, der lärm der autos nicht. sterne kann man sehen, sehr viele, und den mond. ob meine freunde, oder auch nur ein teil davon, im selben momend ebenfalls den mond betrachten? mein weg führt mich weiter am meer entlang, und weg von der strasse, der lärm hat platz gemacht für gedanken, die sich fast automatisch in meinem kopf entfalten.

knapp zwei monate nach meinem ersten selbstmordversuch, sehe ich viele dinge anders. vielleicht besser? selbstmord löst keine probleme, aber er beendet sie.
aberwitzige vorstellung.
jeder mensch hat eine aufgabe bekommen, die er vielleicht gar nicht lösen kann, aber sie beginnt, sobald der mensch von der nabelschnur seiner mutter getrennt ist: die aufgabe, sein leben zu leben.

eine zeitlang dachte ich, man solle lieber nicht über das leben und seinen tieferen sinn nachdenken. lieber sollte sich jeder mensch mit dem umstand namens leben abgeben und seine aufgabe durchziehen, egal was kommt. was man aber dann am ende davon hat? vielleicht muss man auch einfach nur gläubisch genug sein um auf das ewige leben oder, etwas einfacher, auf den himmel zu hoffen.
werden einem steine in den weg gelegt, soll man sie einfach überschreiten.
wird man von einem sturm in die knie gezwängt, soll man aufstehen und weiter gehen.

viele sagen dir das. oft hört man es.

auf einer bank unter palmen sitze ich, rauchend, und starre auf das meer hinaus, begleitet vom ach so typischen kreischen einiger möwen.

ist das leben wirklich nur eine aufgabe? oder steckt vielleicht doch mehr dahinter?


samstag nachmittag, gleich abend. der spruch, dass sich geschichte wiederholt, macht mir angst und tut jetzt schon weh. und ist trotzdem zum greifen nahe.
der drang raus zu kommen wird stärker. vielleicht hilft es ja...

4 Kommentare 16.9.06 17:03, kommentieren