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2. februar 2007

was soll ich noch sagen?
es ist alles gesagt.
es ist alles überdacht.

aber ist alles überlegt?

wir werden sehen und dann feststellen, dass das leben mehr bringt als nur verdruss und freude. die schönste freude ist nicht die freude an sich, sondern die vorfreude. so ist das schöne am leben nicht unbedingt die freude und das schlechte ist nicht unbedingt der verdruss. das schönste am leben ist die erkenntnis zwischen beiden grenzen leben zu können.
ich bin zu dem entschluss gekommen, dass jeder mensch in seinem leben einmal einen seeliischen crash haben sollte um seine psychischen grenzen und am ende auch sich kennen zu lernen. sich an den extrema aufzuhalten ist das, was dem menschen am ende gut tut. aber dafür braucht er eine erkenntnis und gewissheit.
die gewissheit, dass man gestärkt aus den tiefsten löchern seiner psyche hervorgehen kann. wenn man nur will.
aber wollen und können sind wie so oft leider zwei verschiedene paar schuhe.


jetzt, wo du weg bist, bin ich mir nicht sicher, ob es sich für mich lohnt aufzustehen, aus dem haus zu gehen und meine pflicht zu erledigen. du fehlst mir. und du wolltest, dass ich mein leben lebe, so gut es geht. in deinem geiste handeln, das möchte ich. so kann ich dir ruhigen gewissens eines tages in deine augen schauen und dir sagen, dass alles gut war.
ich sehe auf meine pulsadern, wie sie in ihrem langsamen takt zucken. das herz, das in mir steckt, es schlägt nur für dich, und jedes mal, wo meine adern zucken, erinnert mich an meinen herzschlag. jede sekunde ein schlag. jede sekunde eine erinnerung an dich. ich werde dich nie vergessen, auch wenn du sagtest, ich solle mir keine gedanken machen.
ich werde weiter machen und weiterhin aus meinem haus in die welt gehen, zurückblickend auf das was war. und mit einem lächeln auf den lippen, welches ich dir immer schenkte, so werde ich versuchen weiter zu leben.

2 Kommentare 2.2.07 02:25, kommentieren



letzte nacht...

rasierklingen kriechen die strasse entlang und die luft riecht nach öl.
öl riecht? dieses dunkle, schmierige zeug?
es setzt sich, wie das teer aus etlichen jahren in meinen lungen fest. und das atmen fällt schwer.
wo ich stehe, da fliesst blut die strasse hinab, und es färbt meine füße rot. als wenn es meins wäre.
ich habe einen schwarzen anzug an. dazu ein weisses hemd.
mit geöffneten oberen knöpfen. wenn ich mich sehen würde, würde ich mich selbst an jemanden erinnern, den ich nicht kenne.
der himmel, er ist nachts. und hell. ich höre sie nicht, aber propellermaschinen, viele viele propellermaschinen fliegen in großer höhe über mich hinweg.
wo bin ich hier nur?
das geräusch der propellermaschinen zieht richtung westen. richtung stadt. über ihr spannt sich, wie eine sphäre, eine gelbe glocke, eine gelbe, unglaublich geißende glocke.
die angst packt mich und ich will von hier fortgehen. aber wohin?
auf einmal sehe ich nichts mehr. oder doch?
zwei rote augen schauen mich an, und sie kommen immer näher.
mein drang weg zu gehen wird gebremst durch die tatsache, dass sich meine schuhe kein stück bewegen lassen. wie festgeklebt.
nach und nach beginnt mein gehirn abzuschalten und nur noch zu sammeln. es verarbeitet nicht mehr. metallenes ächzen und quietschen, schreie von menschen, die ich nicht sehe. und das gluckern das blutes, was meines schuhe umspült. dazu das klirrende plätschern der rasierklingen. dann, 100 meter weiter neben mir stürzt ein haus ein, dann noch eins. die erde unter mir bebt. die roten augen verschwinden auf einmal, und es treten zwei andere in sichtweite und an andere stelle auf. dann kommen immer mehr. am ende bin ich um von ihnen umzingelt.
ich will weinen, aber ich schaffe es nicht. mein gehirn schaltet nach und nach meine gefühle aus.
hitze, druck und übelkeit kommt in mir auf und es bleibt mir allmählich die ölige luft zum atmen weg. die ersten fünf sekunden ohne sauerstoff sind die schrecklichsten und ich habe das gefühl einen tod zu sterben. ein tod der nie aufhört. ich schliesse meine augen. und trotzdem sehe ich sie, die rasierklingen, roten augen ohne gesicht und die gelbe sphäre über der stadt. dabei merke ich dass ich nichts mehr höre, ausser das rauschen meines blutes in meinen adern. leere. farben und strukturen. dann, in der ferne irgendwo das geräusch eines elektronischen gegenstands. wie die roten augen kommt es immer näher. ich kann es nicht einschätzen, aber es schmerzt, als es neben mir zu sein scheint. als wenn viele kleine nadelstiche meine haut durchbohren und nicht mehr zurück weichen.
ich öffne die augen erneut. und finde mich in meinem bett wieder. wie jeden morgen, wenn der wecker um sechs uhr klingelt.

8.2.07 02:40, kommentieren

weiter auf der suche

nach meiner erfahrung, dass ich zu dem entschluss kam, jeder mensch solle grenzerfahrungen machen, so bin ich meiner suche nach meiner ebendiesen erfahrung vielleicht ein stück näher gekommen. ich habe mir den schlaf entzogen, soweit es ging. was ich davon hatte? nichts. zumindest nichts, von dem ich sagen könnte, dass es mich irgendwie weiter gebracht hat. 32 stunden wach sein, das hat was. was sehr befremdliches. nein, das suche ich nicht. wonach suche ich dann?
herausforderungen sind schön. und sinnvoll. warum? wenn man im leben nichts mehr neues erlebt, und der denkapparat sowie seine phantasie einstaubt und nicht mehr richtig läuft, dann wird es zeit, etwas an seinem leben zu tun.

nächstes wochenende an die holländische küste?
oder lieber nach hamburg fahren?
oder doch lieber geschichtsträchtige städte und orte besuchen?

so oder so ähnlich könnte es aussehen. und dritte werden sagen, man hätte zuviel zeit.
falsch.
denn die zeit ist bereits dann abgelaufen, wenn man nichts daran tut, sein leben wieder bunt zu bekommen. wenn das schicksal dich bereits in seinen händen hat, dann hat er dich immer leichter zu fassen bekommen, als du denkst. und seinem schicksal entkommen, das kann man nicht. aber man kann das "danach" beeinflussen. und auf einmal fühlt man sich schneller wieder gut, als man dachte. und das schicksal, was einem so weh getan hat, relativiert sich auf einmal.
das problem dabei ist, diesen schalter zu finden, der das leben wieder schön macht. und ich hoffe, dass eine person ihn finden wird. und ich denke, die person wird wissen, dass ich sie meine, den bahnhof schee haben wir nicht gefunden. aber ich denke, dass unser schicksal uns noch etwas schuldig ist. vor allem dir.

ich, ich komme schon irgendwie klar. ich habe zehn monate mit einer person I. ausgehalten. wie gesagt, das schicksal will es so, wie es kommt. und was danach kommt, das ist wieder unsere sache. grenzerfahrung und neuordnung eines lebens liegen näher als man denkt. man braucht aber glück und ein geschicktes händchen, vielleicht auch ein wenig guten willen. dann wird man sehen, dass man auf einmal mehr aus seinem leben herausholen kann als in diesem moment.

1 Kommentar 26.2.07 01:14, kommentieren