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when your heart stops beating

sonnenzeit.
jedes jahr dasselbe.
und jedes jahr ist es immer wieder schön.
wie gesagt. es ist immer dasselbe.
heute habe ich den montag verschlafen. nachdem klar ist, dass sich meine augen weiter verschlechtern, so werden die kopfschmerzen schlimmer. fast hätte ich gesagt von tag zu tag.
oder halt von abend zu abend.
weil jeden abend fast mein kopf platzt.
als wenn sich mein gehirn verhärtet auf ein 4/5 seiner größe.
und wieder lande ich im bett. mit dabei, die hoffnung, dass es besser wird.

aber wie immer wird man enttäuscht.
wär ja auch zu einfach gewesen.
sich einfach hinzulegen,
zu schlafen
und dann die augen wieder aufzumachen und alles ist besser.
nein, sogar verarscht wird man vom schlaf.
es ist nichts besser.

nein, so einfach ist das alles nicht. aber was soll man tun?
der körper ist manchmal zu stark, und der wille sich dagegen anzulehnen zu schwach.
und nun? simo sang "durch die nacht".
und diese nacht bin ich simo.

12.3.07 20:37, kommentieren



Nächster Halt: Leben

Erst kommt das Fressen. Dann die Moral
So oder so ähnlich sagte es bereits Bert Brecht.
Ich denke darüber nach, ob ich dieses geflügelte Wort nicht zu meinem Lebensleitsatz machen soll. Denn es ist doch immer so: Man hat Geld auf dem Konto, man lebt davon, bis nichts mehr da ist und dann regt man sich auf, dass man soviel unnützes Zeug gekauft und viel zu viel ausgegeben hat. Oder man überträgt es auf die Frauen (auch eine Leidenschaft Brechts). Man betrügt die eine, bis es die andere herausfindet und am Ende sind vllt sogar beide weg.
Kann passieren.
Ich dachte nicht weiter nach, versuchte es zumindest nicht. Ich saß eines sonnigen Frühlingstages dieser Woche am alten Bahnhof Nächstebreck. Züge fahren hier schon lange nicht mehr und der Gleiskörper ist auch schön mit Rasen bedeckt.
Eine neue Leidenschaft von mir: das Erkunden von Vergangenheit.

Eigentlich fühle ich mich wie auf dem Land hier in Nächstebreck. Ich schaue auf einen anscheinend kilometerlangen Häuserblock, weiter in der Ferne. Und dazwischen, zwischen dem Endloshäuserblock und mir, Felder, ein Bauernhof, ein alter Bahndamm und viel Wiese. Hügelig ist es auch. Und alles so schön gelblich beleuchtet von unserer lebensspendenden Sonne.
In meiner rechten Hand eine Zigarette. Eine Brennende. Und sie hilft mir eine Antwort auf die Frage zu finden, ob ich noch in der Lage bin, mein Leben mit einer anderen Person zu teilen. Zumindest rede ich mir ein, die Zigarette würde mir helfen. Oder aber ob mich eine andere, damalige Person so zugerichtet hat, dass ich jetzt gar niemanden mehr haben kann?

Ich sitze hier alleine. Und das ist gut so. Anna wäre sicher gerne bei mir. Aber ich ertappe mich, während ich diese Zeilen schreibe und auch, als ich es dachte, dass sie mir leid tut. Kein Mensch auf dieser Welt mag es zu hören, dass "es" nie etwas werden wird. Und ich schäme mich dafür. Ich sollte zur Armee gehen, nach Afghanistan. Alles, was ich besonders gut kann, ist Leuten Schmerz zufügen. Das gibt mir zu denken und ziehe wieder an meiner Zigarette und rede mir ein, dass es mir hilft und dass ich nicht mehr soviel nachdenke.
Eine gewisse Faulheit packt mich, ich habe keine Lust mehr, nach Hause zu gehen. Geschweige denn aufzustehen. Ich möchte hier am liebsten sterben, auf dieser Bank, und möchte von hier die Geburt meiner Tochter mitbekommen. Und ich möchte auf dieser Bank heiraten. Blöderweise fällt mir dann ein, dass das alles ja gar nicht so einfach gehen kann.

"stand up beside the fireplace..." klingt es in meinen Ohren, es ist Oasis, stand up... und ich stehe auf, schaue mich um. Und weiter heisst es "..cause you ain't never gonna burn my heart out...". Vielleicht sollte ich nicht solche Musik hören. Zwar schöne, vielleicht auch zu schöne Musik. Aber der Mensch ist in der Regel ein Gewohnheitstier. Und ich höre gerne dieses Lied in Momenten wie diesen. Dass es mir nicht schlecht geht, daran denke ich gar nicht. Es fällt mir nur auf. Aber warum? Wahrscheinlich ist es Selbstschutz. Schutz vor dem, was mir bevor steht. Aber darüber sehe ich hinweg. Und es ist für alle das Beste. Das ist mein Argument. Don't look back in anger I heard she say...at least not today... und ich drehe mich noch einmal um, nachdem ich aufgestanden und losgegangen bin. Dieser stillgelegte Bahnhof wird mich bald öfter beherbergen.

Beim Gehen denke ich über Glück, Freunde, Liebe und andere, so oft als Pseudofreuden des Lebens abgestempelte Absurditäten nach.
Wie kann eine wechselseitige Beziehung zwischen diesen drei vermeintlichen Instanzen passieren? Und wenn es sie doch gibt, wieso ist sie so schwer zu finden wie Gleise der stillgelegten meterspurigen Straßenbahnlinien in Wuppertal?

Es gibt wichtigeres...

18.3.07 04:33, kommentieren

21. märz 2007

sie tut mir jetzt schon leid.
ich sehe sie schon vor mir stehen und wie sie ihr gesicht verzieht,
wenn sie erfährt, dass das jetzt das letzte mal war. wahrscheinlich wird sie mich in meinen träumen verfolgen.
aber nicht, weil ich sie vermissen würde.
ich hätte angst vor ihr und ich würde jegliche nähe scheuen.
das will ich jetzt schon.
und das tut mir leid. und ihr weh.

1 Kommentar 20.3.07 20:18, kommentieren