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es ist, was es ist.

es ist unsinn


sich auf dünnes eis zu begeben liegt in der natur des menschen:
er ist auf der suche nach abenteuern. und nach neuem.
er lebt, wie es ihm gefällt. lange zeit. und länger.
ohne aufzupassen. oft ohne rücksicht auf andere.
und auf sich selbst. er denkt nicht mehr nach.
und begibt sich so in gefahr. bis er plötzlich denkt, er habe sich gefunden.


sagt die vernunft


aber wo ist er hin? der mechanismus, der einen jeden menschen zu dem macht, was er ist? was ihn von allen anderen wesen unterscheidet?
vernunft hat plötzlich keinen platz mehr.
wenn man denkt, man hat sie gefunden, entpuppt sie sich als falsches spiel. ein spiel. und man spielt damit lange zeit. und länger.


es ist, was es ist sagt die liebe


ist der mensch dazu bestimmt, in einen krieg zu gehen, der sich mit liebe gleichsetzt? liebe und krieg, beides eint, dass beteiligte daran zu grunde gehen und mit narben wieder nach hause kommen.
als wenn nichts gewesen wäre, was man nie vergessen wird. dann passiert wieder nichts. lange zeit. und länger.


es ist unglück


der aussichtslose kampf aus dem labyrinth auszubrechen, das nachts zu einem alles in sich aufsaugenden strudel wird. keiner scheint ihn zu gewinnen. weder das böse, noch das gute.
und wenn man denkt, man hat eine böse oder eine gute erreicht, so wird auf einmal klar, dass es kein gut und kein böse gibt.
oder glaubt man es nur? man glaubt es lange zeit. und länger.


sagt die berechnung


man plant vielleicht sein leben. oder man lebt es vor sich hin.
tag ein, tag aus. auf einmal ist ein leeres leben etwas gutes. dann ist es auf einmal etwas schlechtes.
doch was ist schlecht?
und was ist gut?
man kann mathematische gleichungen berechnen. vorwärts, rückwärts. und man bekommt am ende ein ergebnis. ein ergebnis, das vorherbestimmt ist.
eines kann man nicht berechnen. der mensch kann nicht sich und sein leben berechnen. lange zeit hat er glück. und länger hat er pech.


es ist nichts als schmerz


doch ist alles relativ. probleme sind nur dann probleme, wenn man sie nicht lösen kann. schmerz schmerzt nur, so ange er da ist. und menschen lösen probleme so gut, wie sie schmerz zufügen. lange zeit hat man einen menschen. und längere zeit ist man alleine.


sagt die angst


was soll man tun? egal was man tut, es scheint nie der richtige weg zu sein zum ziel. man denkt plötzlich, dass es keinen weg zu gar keinem ziel gibt. oder gibt es zu viele wege, die zu keinem ziel führen? angst ist, einen falschen weg gegangen zu sein, der gar nicht existiert. und man ging ihn lange zeit. und länger.


es ist aussichtslos


und wieder ist alles relativ. in momenten, wo ein mensch am ende seiner kräfte zu sein scheint, wo man in allem ein ende sieht, so ist es einzig der mensch, der in der lage ist, das problem zu lösen, das nur er auf dieser welt hat. es gibt keine aussichtslosigkeit. er, der mensch, der sich seit zehntausenden von jahren die welt untertan gemacht hat, hat seit zehntausenden von jahren einen ausweg gefunden, eine lange zeit. und länger.


sagt die einsicht


doch was haben wir durchmachen müssen um so weit zu kommen? die natur hat uns mit einer gabe beschenkt, die dich, ihn, sie und mich einzigartig macht. und vielleicht hat sie uns vor dem aussterben geschützt. nur wenn wir einsehen, was durch unser tun passiert ist, kann man etwas verändern. nur keiner verändert lange etwas positiv. und länger ist es negativ.


es ist was es ist, sagt die liebe


erneut flüchten wir und leben den instinkt des überlebens voll und ganz aus. keine höhle, kein erdloch, kein versteck das die natur oder der mensch erschaffen hat, kann uns vor schlimmen dingen bewaren. erst, wenn wir einsehen, dass wir auf andere angewiesen sind um stark zu sein, so haben wir lange das werkzeug in der hand, den richtigen weg zum ziel durch noch längeres arbeiten zu finden, gar an zulegen.


es ist lächerlich


aber was ist, wenn wir von etwas heim gesucht werden, was uns zu leicht aus der bahn wirft? falsche einsicht und plötzlich ist alles umsonst gewesen. keinen wert mehr, der noch in irgendetwas zu erkennen wäre. und wieder erstickt man vor lachen um am ende lange kauernd auf dem boden zu liegen. und wieder ist der weg zum licht am ende des tunnels länger geworden.


sagt der stolz


viele tiere haben ihn, und viele menschen haben ihn nicht, den schutzschild, des lebens. er bewahrt uns vor schmerz um selber anderen schnmerz hinzu zufügen. aber warum fühlen andere schmerz durch etwas, was andere beschützt? doch ist nichts im leben eine konstante: auf einmal ist der schützende schild zerstört für lange zeit. und wieder dauert es länger einen neuen zu finden.


es ist leichtsinnig


der mensch. er sucht das abenteuer. das weite. das neue.
ohne einen notfallplan zu haben geht er in die schlacht gegen den rest der welt. schnell lernt er sie kennen und weiss den weg nicht mehr zurück zu sich selbst. er hat sich verloren, ohne aber verloren zu haben. denn aus leichtsinn lernt man. doch hat man nie ausgelernt. man lernt lange zeit und noch viel länger.


sagt die vorsicht


und wenn er mal vor einer entscheidung steht, wo es um zwei gegensätzliche kontexte geht, so hilft ihm seine vorsicht auch nicht wirklich weiter. man kann schmerzhaften dingen hervorbeugen ohne aber zu wissen, ob sie weh getan hätten. vielleicht wären sie gut gewesen. man stellt sich lange die frage, was schlimmer ist:
etwas schmerzhaftes nicht zu erleben?
oder die noch längere suche nach der antwort auf die frage, ob es überhaupt schmerzhaft gewesen wäre?


es ist unmöglich


wieder erreicht der mensch als solcher seine grenzen. er kann nicht alles. vieles ist unmöglich. die welt zu verändern ist oftmals einfacher als sich selbst leiten. doch kann er es lange nach seinem belieben leiten und im glauben schweben, es sei so, wie es ist, gut für ihn.
der glaube versetzt berge. und die hoffnung stirbt zuletzt.
ist der glaube an hoffnung auch etwas unmögliches?
oft kann man beobachten, dass der glaube einen längeren tod stirbt, als die hoffnung, dass berge versetzt werden können.


sagt die erfahrung


und wieder sehen wir: der mensch lernt nie aus. und erfahrungen gehen mit langem erlernen einher. wer lernt, erfährt.
doch wieso lernen wir öfter durch schlechtes, dass erfahrungen für immer bleiben werden, als durch gutes? für jede erfahrung ist man insgeheim dankbar, auch wenn es nicht danach aussieht. es ist gut und schlecht, dass erfahrungen nicht länger bleiben. sondern für immer.


und es ist eben was es ist, würde die liebe sagen.
und sie hat recht.

1 Kommentar 9.4.07 09:30, kommentieren



eine nacht ohne titel

ein uhr nachts. oder morgens.
kaum verkehr auf den strassen und die stadt pocht ganz still und heimlich vor sich hin, ohne einen lauten mucks von sich zu geben. wie das pochen eines herzens, dessen mensch grade schläft.
von den unglaublich hohen laternen in der mitte der breiten strasse, auf der bis vor 20 jahren noch trams ihre bahnen durch die stadt zogen, leuchten diese hohen, gelblich schimmerndes licht ausstrahlenden laternen auf uns herab.
wir sind allein. und die laue luft weht einem um die nase.
und verursacht keine gänsehaut.
man hört nichts ausser das rauschen des eigenen blutes, das rege im körper zirkuliert. mit jedem schritt, den man schon seit kilometern wiederholt. man atmet mittlerweile durch den mund. auch das kann man hören. ob die sterne, die man oben am himmel sehen kann, auch das atmen hören können? eintönig und schwer dringt das geräusch in die ohren. seit unzähligen schritten schon.
die häuser ziehen vorbei. ganz duissement und unaufgeregt.

ein auto, von hinten kommend, rauscht vorbei und man sieht seine roten rückleuchten immer kleiner werdend davon fahren. dann noch eins, aber diesmal ein lauteres. man kann es länger hören als das auto davor, nachschallend und dumpf. etwas später ein lkw. aber aus entgegengesetzter richtung. ihm hinterher zuschauen lohnt nicht, man hört ihn ja. fast schon unangenehm. im gegensatz zu den beiden autos, die vorbei gefahren sind, besitzt der lkw nicht diese paradoxe ruhe, während er an einem vorbei fährt. das erste auto rauschte vorbei, man sah ihm hinterher und schon war es wieder still. der lkw aber hallt am stärksten nach, er grollt und klingt dabei überhaupt nicht angenehm. soll er doch schnell weiter fahren und nicht die stille weiter stören.
dann kommt wieder nichts und wieder stellt sich das geräusch des eigenen blutes und des atmens ein. an diesem sehr späten juniabend ist die luft noch nicht mal mehr frisch genug um die schweissperlen auf meiner stirn auszutrocknen. weht der wind überhaupt noch? eine nacht unter einer decke im sommer, dunkel, erstickend und anstrengend.
in diesem moment kommt wieder ein auto vorbei, von hinten kommend. es fährt nicht schnell und seine fenster sind offen. sie lassen die musik raus, die aus dem wageninneren schallt. die musik meiner kindheit, töne vergangener tage, die ich schon fast vergaß. eine schande, so muss ich mir im nachhinein eingestehen, sie fast zu vergessen. an der nächsten, nicht weit entfernten ampel, an der das auto steht, an dem ich also wieder vorbei komme, ertönt immer noch diese musik. ich schaue das auto an. der fahrer schaut stur gradeaus weiter. diese musik, ich komme nicht an sie heran und ich suche sie insgeheim schon lange.

ich stelle mir mein leben in diesem moment als autobiografischen roadmovie vor. ich sehe die szenen, ich sehe mich selbst, nachts an einer strasse entlang laufend, laut atmend. dabei meine musik aus kinderzeiten im hintergrund. viele kameraeinstellungen, die gekonnt das bild der stadt mit einfangen und den charakter der nacht untermauern, wechseln mit nahaufnahmen von irgendwelchen gegenständen, die meinen weg säumten. bäume, papiermüll, wehende äste von einem dieser reich belaubten bäume.

die ampel des autos springt auf grün, rer motor scheint zu erwachen und das auto fährt los. mit ihm meine musik. schnell ist es passiert und ich höre sie nicht mehr. weg sind meine spontanen phantasien. was bleibt ist der wunsch, meine kindheit aus meiner jetzigen position zu entdecken. dass dabei die vergangenheit mit der gegenwart verschwimmt, erscheint mir fast logisch.
allerdings auf eine andere art und weise.
während ich weiter die strasse entlang gehe, wird mir klar, dass vieles, was in meinem leben an mir vorbeizieht, in meinem gedächtnis bleiben wird. umso mehr aber wird nicht hängen bleiben. vor allem personen hinterlassen ihre spuren. und es werden täglich mehr, obwohl sie weniger werden.

meine erinnerungen an meine kindheit und du.
ihr beiden fehlt mir in dieser nacht.

1 Kommentar 23.4.07 04:21, kommentieren

if I could escape

fast hatte ich dieses gefühl schon vergessen wie es ist, keine lust mehr zu haben.

was kann einem helfen?
oder wer kann einem helfen?
schlecht gelaunt ziehe ich in die weite welt hinaus und mache meinem ärger luft.
luft für eine leere hülse die nach mensch aussieht,
sich wie mensch benimmt,
sich wie ein mensch fühlt,
aber keiner ist.

1 Kommentar 24.4.07 20:18, kommentieren

solange man träume noch leben kann

hatte ich wieder einen traum.
einen, den man für kein geld der welt bezahlen könnte, so wertvoll und schön war er. ein traum wie der sommerhimmel. und so schwarz wie die nacht.
man sagte mir, ich solle nichts böses denken. ich und was böses denken?
niemals. das böse denkt eher an mich als umgekehrt.
und dann ist da dieser traum.
manche träume sollen nie in erfüllung gehen. und andere sollen um jeden preis, den gott verlangt, wahr werden.

ich öffnete die augen und stand am abgrund der welt. vor mir nichts als nichts. eine schwarze schlucht, die schon so nach verderben stank. und stimmen, die von tief unten ihr leid bekundeten, hörte ich. vor dem abgrund ein schild:
die chance deines lebens. wie sarkastisch.

dann standest du hinter mir. lächeltest mich an. schön wie die sonne und genauso warm, doch ich kehrte dir den rücken zu.
und sprang.

1 Kommentar 26.4.07 15:32, kommentieren