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surrender

nun, andy hatte wie immer recht: ES ist immer dasselbe.
so langsam komme ich mir vor wie ein reifen, der rollt und regelmäßig seine luft verliert, weil er sich einen riss zugezogen hat. dann wird er wieder geflickt, aufgepumpt und alles läuft wie immer, bis der nächste riss kommt.
schicksal? wohin soll das führen? gibt es denn ein gutes ende?

in wien habe ich nachdenken müssen, im angesicht des arenberger flakturms. rundherum menschen und natur. man ist nicht so alleine, wie man denkt.
doch in der natur des menschen liegt es, die einsamkeit zu suchen.
und wenn man im mittelpunkt von 1,6 millionen menschen steht und sich dann einsam fühlt, kann doch etwas nicht in ordnung sein.
ich bin da um einsam zu sein und weg um im mittelpunkt zu stehen.

um ehrlich zu sein, ich freue mich nicht so recht auf diesen sommer und das, was er in sich trägt: drei wochen abwesendheit in einem land, tausende kilometer entfernt von hier. doch was habe ich davon? wieviele menschen müsste ich meucheln, damit sie mich auf den rechten weg bringen? in gedanken haben schon die 1,6 millionen wiener nicht gereicht.
das schlimme ist, dass die zeichen das erste mal seit jahren wieder für mich stehen, die ampeln stehen auf grün. doch jetzt merke ich, was ich in dieser zeit geworden bin. ein fisch, der lange an land gehalten und nun ins wasser zurück getragen wurde, um dort genauso vor sich hin zu vegetieren.
ich habe das leben verlernt.

10.6.07 05:14, kommentieren



nach dem abiball...

weisst du, du bist für mich keine person. sondern ein geheimnis, eines, durch das ich nicht durchblicke. hast du gemerkt, wie unsicher ich werde, wenn du vor mir stehst? oder dass ich dir nicht in deine augen schauen kann? das war mal anders und als ich vorhin mit offenem dach durch die stadt gefahren bin, lief im radio ein lied, wo ich feststellen musste, dass lieder erschreckend genau das sagen, was man fühlt.
was hat dich denn so zerrissen und verletzt, dass du dich und dein leben und dein herz so zerfetzt? was hat dich nur so zerrissen? auf einmal siehst du mich nicht mehr, wenn ich vor dir stehe und auf einmal kannst du so stumm wie eine leiche sein.
und warum?
weil ich dir etwa etwas gesagt habe, was nicht in dein leben passt?
oder weil du selber nicht so recht weisst, was du in deinem leben willst? wie gesagt, du bist nichts als ein geheimnis. klar, du kannst mir das alles erklären und du meinst es auch nie so wie ich es empfinde und eigentlich liegt es ja eh an mir. sag mir bitte, was ich mit dir tun soll, bevor es zu spät ist.
was auch immer du tust, was auch immer du sagst, ich pass auf dich auf, ich bleib für dich wach...
wie auch in dieser nacht...

16.6.07 06:45, kommentieren

hör nicht auf, für das zu leben an was du glaubst...

es ist wieder die zeit, in der ich zuviel zeit habe. und es wird erstmal meine letzte zeit sein, in der ich zuviel von ihr habe, bevor ich in einigen jahren in rente gehen werde. es ist nachts und die luft ist toll. angenehm, sanft, und frisch. sie rennt mir hinterher und ich geniesse sie. den mond kann man diese nacht nicht sehen. sterne auch nicht. schade eigentlich, denn tag war so blau und sonnig. wenn es den menschen heute schlecht ging, dann nicht wegen des wetters. es gibt nächte, bei mondenschein, die sind unglaublich hell. meistens im winter. und wenn man nachts seinen schatten auf dem boden kleben sieht, ist das schon schön. dich diese nacht ist dunkel, pechschwarz und ebenso angenehm. auf einmal hört man die autobahn, sie ist ja nicht weit weg, aber tagsüber überhöre ich sie schon. doch nachts ist sie so geräuschvoll.
die müdigkeit hat mich schon lange gepackt. doch etwas anderes packte mich ebenfalls, ich möchte für diese nacht für einen moment allein mit der stadt sein. ich mache mich auf den weg zur uni. auf den strassen ist sonst fast niemand mit mir. was mögen die leute wohl denken, wenn sie diesen jungen mann sehen? er sieht nicht so aus, als wenn er ein ziel hätte. hat er ja auch nicht. und doch hat er eins. die häuser links und rechts der hauptstrasse sehen so schwer und träge, fast schon unheimlich aus. sie sind die einzigen zeugen meiner reisen zur einsamkeit. dann komme ich an und stelle mich auf diesen hohen punkt über der stadt. so oft war ich schon hier und aus den verschiedensten gründen. aber selten allein.

ich beginne nachzudenken. man hatte mir mal erzählt, der mensch sei darauf eingestellt sich selbst zu zerstören, wenn er versucht, sich zu erhalten. damals wusste ich nichts damit anzufangen und heute weiss ich es zu gut, wahrscheinlich wissen wir alle, was damit gemeint ist. auf der suche nach dem, was wir brauchen, werden wir immer weniger, bis von uns nichts mehr übrig geblieben ist ausser einem kleinen häufchen, ein rest von dem, was wir einmal darstellten. aber wieso weiss niemand, dass man aus dieser asche auch wieder hervor gehen kann? ich musste unwillkürlich an andy denken. er sagte mir, er würde meinen blog regelmäßig lesen. dabei schreibe ich nur unregelmäßig. doch wenn ich schreibe, habe ich nur wieder zu viel nachgedacht.
der tod ist eine schlechte form des lebens. doch manchmal ist schlecht bereits um welten besser als das, was man sonst durchmacht und fühlt. wie kann es nur soweit kommen, dass menschen öffentlich ankündigen, eine einbahnstrasse als ausweg zu nehmen? wem sage ich das, ich war selber einmal kurz davor. und ich weiss nicht, wie oft er schon davor stand, oder ob er überhaupt davor stand. man hört die leute sagen, man solle etwas dagegen tun. ich würde etwas tun, wenn ich wüsste, was. aber ich sage auch, dass jeder sein leben in der hand hat.
ich habe heute erfahren, dass eine person, die mir jahrelang als freund nahe stand, an krebs gestorben ist. und wieder konnte ich mich nicht verabschieden. ich weiss nicht, wo sie ihre letzte ruhe gefunden hat. aber ich hoffe, dass siesie gefunden hat. und auch wenn es schwer fällt zu sagen, menschen, die absichtlich den endgültigen ausweg nehmen, werden hoffentlich dann ihre ruhe finden.

letztes wochenende ist etwas passiert, wovon ich vor jahren einmal geträumt habe. es war nichts schlimmes, ganz im gegenteil. nur muss ich daran denken, dass oft meine träume wenige jahre später zu einem großteil in "erfüllung" gegangen sind. ich habe schon drei mal geträumt, bei einem autounfall ums leben zu kommen und dass jasmin weinen vor mir gesessen hat, ohne mich zu sehen. nie wieder...

...zurück in der zeit, back in time.
du verfügst über wissen von mehr als zehntausend jahren,
frag deine ahnen, deine vorfahren, sie heissen vorfahren obwohl du fortfährst, sie können nur ahnen, wo du sie hinfährst.
hast du den plan oder bist du verkehrt?
dann kehre in dich, lass dich gehn, du musst deine seele von innen sehen.
du musst die die familiengruft bei tag begegehen.
obwohl du nicht tot bist, frag ich bist du am leben, bist du am leben, bist du am leben interessiert?
hast du dieses wunder schon kapiert?

20.6.07 02:27, kommentieren