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noch sieben tage

ich dachte mir, da ich die ganzen letzten wochen nichts geschrieben habe, dass jetzt die letzten sieben tage, die ich noch hier bin was schreiben will. jeden tag etwas. das schlimme ist nur, dass ich im moment nichts zu schreiben habe. oder etwa doch?

mein halbbruder trat wieder in das leben meiner eltern und auch in meins. nein, freuen tue ich mich nicht wirklich. ein trockener alkoholiker, der zwei wochen nach entlassung stolz erzählt, dass er sich ein paar bier getrunken hat.
mitleid? nein. mich widert es an, dass meine eltern soviel für ihn tun. und mich nebenbei für alles verantwortlich machen. und er tritt alles, was man für ihn tut, mit seinen füßen. eine eigene wohnung hat er und ist trotzdem für meine begriffe zu oft bei uns.

meine zeit mit steffi habe ich mittlerweile auch verarbeitet. ja, ich hoffe, es geht ihr gut. ich habe sie schon so lange nicht mehr wieder gesehen. zum glück.

ich höre in letzter zeit oft ein lied von queen. soweit ich weiss, war es das letzt lied an dem freddie mercury mitgewirkt hat, die letzte strophe hat er schon nicht mehr gesungen. es heisst mother love und handelt schlicht und einfach über den tod, über seinen bevorstehenden tod. bedrückend. und doch so schön, dass ich es am liebsten auf meiner beerdigung laufen lassen würde. oder wenn ich im sterbebett liege.
interessanterweise verleitet das lied, nachdem es mehrmals gehört hat dazu, sich vorzustellen, was wäre, wenn man im sterben liegt. wer alles an seinem bett stehen würde. und wem man was zum abschied sagen würde.
und wieder ist mir interessanterweise aufgefallen, dass ich das lied immer dann höre, wenn es draussen grau ist. so wie jetzt...

19.7.07 17:22, kommentieren



nur noch wenige stunden

so ist das eben, wenn man ein kapitel eines buches zuende liesst. es beginnt etwas neues und vielleicht ist es auch schade, dass ein so spannender teil des buches zuende sein muss.
so in etwa verhält es sich mit dem leben eines jeden menschen.
mein letztes kapitel ist theoretisch schon lange zuende. gelesen und nochmal gelesen habe ich es. und gegen ende fand ich es sogar relativ lesenswert. endlich habe ich etwas entscheidendes im leben erreicht. doch praktisch habe ich noch nicht damit abeschlossen, ich hänge noch auf der letzten seite und schaue mir den punkt, das letzte zeichen dieser seite, dieses kapitels an. und habe die seite noch immer nicht umgeschlagen um zu schauen, wie es denn weiter geht.
ab morgen werde ich anfangen, die seite umzublättern. aber nicht hier, sondern weit weg, ziemlich weit weg. das gute alte europa lasse ich jetzt einmal hinter mir und suche die fortsetzung meines romans, der an einem wahrscheinlich kalten, verregneten novembertag im jahre 1985 anfing. die fortsetzung geht irgendwo in kanada weiter, in einem land, jenseits von gut und böse. dort hab ich eine gewisse zeit den trott hinter mir zu lassen, den jeder in meinem archiv hier nachlesen kann.

"aus den augen, aus dem sinn", so sagt es ein sprichwort, das sagen will, dass man sich nicht mehr um etwas kümmert, sobald man es nicht mehr sieht. oft genug war ich der betroffene. und genauso oft musste ich danach schmunzeln, wieso mich sowas überhaupt so berührt hat. alles schnee von gestern, jetzt drehen wir den spieß um. und keiner soll wissen, wann ich wieder kommen werde.

danke andy für die cds. du weisst sicher, welches lied ich als erstes gesucht habe, nämlich das auf cd 2, lied 12. hatte leider noch nicht die gelegenheit sie in ruhe zu hören, aber ich denke, dass ich in den nächsten tagen die passende gelegenheit an einem see im sonnenuntergang kommen wird, in der ich sie in alle ruhe hören kann.

I'd play the game but I'm the referee...

26.7.07 02:38, kommentieren