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die bedeutung vierer wörter

"leben ist nicht das, was du jeden morgen auf ein neues vor dir hast, leben ist das, was du daraus machst"

am besten geht man in jungen jahren aufs gymnasium, macht dann sein abitur um dann etwas feines zu studieren, um dann einen geldbringenden job zu erledigen. nebenbei hat man noch frau und kinder, ein schönes haus und ein ebenso schönes auto. an sich nichts besonders kompliziertes, doch sieht die realität, wie immer, mal wieder ganz anders aus.
mir ist mal aufgefallen, dass menschen sich zu sehr von dingen oder gegenständen und auch von anderen menschen abhängig machen. jeder braucht geld zum leben. je mehr man hat, desto besser. freunde braucht man nicht unbedingt zum leben, aber sie machen das leben schöner. und dann kommt die tatsache, dass sich jeder mensch mal irgendwann mindestens einmal seelisch von einer anderen person abhängig macht, der man am liebsten sagen würde, dass man sie liebt, vielleicht läuft auch alles nach plan, und man sagt es der person und sie erwidert es. manchmal denkt man, dass das, was man am schwersten im leben bekommen kann (nein, kein geld), genau das ist, was es am lebenswertesten macht. ob es so stimmt, bleibt jedem selber überlassen. "ohne liebe kein leben" habe ich mal in einer zeitung gelesen. drastisch, aber nicht falsch.

wenn man einen zug verpasst und abfahren sieht, dann kann man auf den nächsten warten oder eine alternative nehmen. aber die gewissheit, dass der nächste sicher kommt, ist da.
das letzte mal, dass ich hörte, "dass der zug wohl endgültig abgefahren ist", stimmte mich nachdenklich. sie ist die richtige, aber der zug ist abgefahren...

10.9.07 01:06, kommentieren



sieben

„Sie haben Weizen gesät und Dornen geerntet.“
(Deuteronomium 11, Vers 17)

nun, ich wünschte, ich könnte mich etwas besser ausdrücken. es gibt nämlich etwas, was ich so mancher person gerne sagen würde, aber wie so oft, fehlten mir die richtigen worte. und sie tun es weiterhin. fehlen - ein wort, dessen bedeutung nicht viele wissen und zu schätzen wissen.
fehlt uns die luft zum atmen, sterben wir.
fehlt uns die nahrung, sterben wir.
fehlt uns liebe, können wir sterben.
es wurden versuche mit babies unternommen, denen man kurz nach ihrer geburt keine mütterliche oder sonstige zuneigung gab, und nach einer gewissen zeit starben sie, obwohl sie nahrung bekamen.
so schlimm ist später nicht mehr. ist die liebe weg, dann bleibt das leben trotzdem, oft zum leid des leidtragenden. es kommt vor, dass oft dieses gefühl, auf das leben keine lust mehr zu haben, aufkommt. mehr und mehr. ich kann es mittlerweile nachvollziehen und verstehen, dass manche menschen es sagen. aber ich würde niemals erneut dieselbe meinung vertreten, das leben sei nur eine last. aber wenn man nicht mehr lebt, was kann dann noch einem zur last fallen? man fällt nur selber den leuten, die einem nahe standen, zur last.
nein, das leben an sich ist ungerecht, aber bezwingbar. das haben wir schon oft gehört aber es stellt sich als immer wieder richtig heraus. auf das sich ankündigende hoch folgt schnell das nächste loch. und ich habe gelernt weiter zu machen, bis ich den dreh raushabe und oben bleibe. es lohnt sich hoffentlich.
das zitat ganz am anfang habe ich einmal in der stadt im stöbern eines buches in der bücherrei aufgegriffen.
sieben weise worte, die einem den drall geben, sieben mal morgens auftzustehen und zu merken, dass es schon wieder von vorn los geht. sieben weise worte für sieben dunkle tage.

ich weiss, es hat nicht mehr für das große geschenk gereicht, was ich dir versprochen hatte, gereicht. aber ich hab es dir versprochen und gebe dir hier ein kleines. viel spass wünsche ich dir, nein, euch beiden. ich hoffe, ihr enttäuscht euch nicht.

21.9.07 20:14, kommentieren

mother love, teil 1

ungewöhnlich, aber wahr: ich blogge zum zweiten mal innerhalb weniger stunden.
eben auf dem weg nach hause, erinnerte ich mich an dinge aus meiner vergangenheit, über die ich jetzt, zugebenermaßen ungewollt, nachdenke.

das bett knarrte ein wenig als lena aufstand und ihre unterwäsche anzog. die sonne zeichnete sich in strahlen, die an der rollo des dachfensters vorbei schien, in dem zimmer ab, in der sie mit ihm übernachtete. während sie sich ihren bh zumachte schaute sie erik an, zurückblickend an die letzten stunden, als es draussen noch lange dunkel war und die nacht endlos schien. der gedanke, dass er bald wieder von ihr weg geht, stimmte sie traurig. und das kurz nach dem aufstehen. ihr war heute nicht danach, im bett liegen zu bleiben und mit ihm zusammen aufzustehen.
als sie fertig angezogen war, hinterließ sie ihm einen zettel neben ihm, auf dem nachttisch. sie dachte, was er grade träumt. wenn er denn was träumt. und von wem. und ob es was schönes ist. er erzählte ihr mal, dass manche träume, die er nachts hat, zu einem gewissen grad wahr werden. leider aber immer die schrecklichen, in denen jemand stirbt. er wachte nach einer stunde auf, neben sich den zettel findend, auf dem stand, dass sie im garten ist. er wälzte sich im bett und er empfand den geruch der letzten nacht, von ihr als sehr angenehm. er achtete auf details, für ihn war ihr geruch immer etwas besonderes. erik zog sich notdürftig an, darüber einen roten morgenmantel. auf dem weg zum garten sah er sie schon durch die scheibe in der terassentür auf einem stuhl sitzend, scheinbar regungslos und elegant. die sonnenbrille auf und ihre haare wehten in dem herzhaften wind an diesem morgen. einen moment lang blieb er stehen und beobachtete lena, er dachte unwillkürlich an den tag zurück, an dem sie sich das erste mal sahen. ein warmer sommertag an einem wochenende im jahre 2002. ein prägender tag, denn er sollte der anfang eines neues leben für ihn sein und auch sie sagte ihm dasselbe. mit ihm sei alles anders geworden. erik erinnerte sich noch gut an ihr lächeln an diesem tag. doch heute, sonntag morgens, ging ihr dieses lächeln vollkommen ab. er trat von hinten an sie heran, beugte sich mit einem kuss auf ihre wange und sanft einen guten morgen wünschend zu ihr herab und legte seine arme um ihren oberkörper. der wind wehte ihm den geruch ihrer frisch gewaschenen haare entgegen.
stille. einzig der wind und zwitschernden vögel beherrschten das akustische bild in diesem moment. lena und erik waren sich darüber im klaren, dass heute wieder einer dieser tage ist, an denen es heisst, abschied zu nehmen. er hatte weiterhin seine arme um sie herum, als wenn er damit sagen wollte, dass er sie nie wieder loslassen will und ihre hand an seinem arm soll ihm dasselbe klar machen.

2 Kommentare 22.9.07 02:20, kommentieren