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Freiheit... ist das Einzige, was zählt.

Lange habe ich mir Zeit gelassen. Mal wieder.

Wio schaut mich an.
Mit einem Lächeln. Lange blonde Haare, blaue Augen. Eine etwas hohe Stirn und nicht wie sonst, keine Brille. Und ein schönes Lächeln. Eigentlich. Der 22.9.2014 war ein Tag wie jeder andere. Eine Woche wie jede andere. Und ein Jahr wie jedes andere.
Bis 20.42 Uhr.
Dann passierten Dinge, jenseits von Gut und Böse. Dass Menschen zu besonderen Dingen in der Lage sind, weiß man. Menschen umrunden die Welt, spazieren im Weltall. Oder sie helfen anderen Menschen, ein besseres Leben zu führen.

Und manche nehmen sich ihres.

Auch dazu sind Menschen in der Lage. Auf das "warum?" wird niemand eine Antwort finden.
Wio schaut mich immer noch an.
Mit ihren großen blauen Augen. Und einem Lächeln, das bis zum 22.9.2014 schön war. Manchmal kann ich diesem Lächeln, trotz seiner ästhetischen Schönheit nichts schönes mehr abgewinnen. Ein Lächeln, das auf einem Foto festgehalten wurde. Ein Lächeln, das es nie wieder geben wird.

Doch manchmal, wenn ich dieses Foto betrachte, hilft es mir zu wissen, dass es ihr nun gut geht. Besser. Und wahrscheinlich am besten. Und wenn ich Wio weiter ansehe, wird ihr Lächeln immer schöner, zufriedener, befreiter.

Freiheit. Sie steht jedem von uns zu. Befreit sein von Sorgen, Ängsten, Nöten. Doch Wio musste einen anderen Weg gehen, um diese Freiheit zu erfahren.
Ich wünsche ihr, dass sie sie nun genießen kann.

Eines habe ich mit Wio gemein. Wenn auch im weitesten Sinne. Mein Kapitel "Uni Wuppertal" habe ich nun abgeschlossen. Nicht mit dem Ende, das ich mir zuerst vorgestellt und später erhofft hatte. Doch es ist zuende. Ein wenig kann ich nachempfinden, wie es ist, keine Lasten mehr schultern zu müssen.

Und wäre Wio noch da, so könnte ich mich auf eine Wiese stellen, tief durchatmen und sagen "endlich".
Wäre Wio noch da, könnte ich aufrichtig sagen, dass es mir besser geht. Von Tag zu Tag.

Doch stattdessen blicke ich gen Himmel in der Hoffnung, ich werde bemerkt. Das Gefühl, eine Last los zu sein, das kann uns niemand nehmen. Mit dem Unterschied, dass sie diesen Zustand bis in alle Ewigkeiten genießen wird.

Ich versuche allmählich wieder, mich auf mein nächstes Kapitel zu freuen. Und langsam klappt es auch. Peter Fox besang es schon mit "Alles neu". Ich möchte mein nächstes Kapitel ihr widmen.

Da fällt der dritte Tiefpunkt im Monat September fast schon unter die Kategorie "der Vollständigkeit halber". Single bin ich auch wieder. Nach über drei Jahren. Aber manches relativiert sich schnell.

Wie das Lächeln eines Menschen.....

8.10.14 05:16, kommentieren